Hand und Stift

Produktvision visualisieren lernen für eine klare Strategie im SaaS Team

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Wie bringst du eine vierzigseitige Produktstrategie mit einem North Star und mehreren Kernthesen auf ein einziges Blatt, das im Standup noch jeder auf Anhieb versteht?

Die kurze Antwort zuerst: Du übersetzt die Vision in Container und Verbindungen statt in weitere Sätze, und du lässt bewusst ein paar Kanten unfertig stehen. Sketchnotes im Beruf sind hier kein Zeichenkurs, sondern ein Produktmanagement-Tool für die visuelle Strategie in SaaS-Leadership-Runden.

Ich arbeite als Product Manager in einem Hamburger Software as a Service Unternehmen, und mein Kalender zeigt seit Monaten denselben Wert: um die 62 Prozent meiner Arbeitswoche gehen für Meetings drauf. Textprotokolle habe ich irgendwann aufgegeben, weil ich sie zwei Tage später selbst nicht mehr entziffern konnte.

Am Kiefernschreibtisch in meiner Altbauwohnung in Eimsbüttel bereite ich solche Strategie-Sessions oft vor, mit dem zweiten Monitor links und dem A5-Heft griffbereit neben der Maus. Über dem Bildschirm stapeln sich drei angefangene Notizbücher und lose Fineliner, und durchs Fenster zum Hof kommt eher diffuses Licht als pralle Sonne. Das ist brauchbar zum Konzentrieren, aber unbrauchbar für einen gemütlichen Setting-Schnappschuss.

Container statt Fließtext: das Grundprinzip einer visualisierten Produktvision

Wenn ich 'Skalierbarkeit' nicht mehr ausschreibe, sondern als drei nach oben wachsende Boxen zeichne, versteht das jeder Engineer in der ersten Sekunde, ganz ohne Legende. Welches Symbol im Detail wofür steht, ist eine eigene Ordnungsfrage. Wichtiger ist, dass die Größe der Box die Bedeutung trägt, nicht ihre Hübschheit. Farbe setze ich bewusst sparsam ein, meist eine einzige Akzentfarbe für Risiken, alles andere wäre ein eigenes System für sich.

Bevor ich bei Boxen und Pfeilen gelandet bin, hatte ich mir ein Bullet-Journal-System mit Farbcodes und eigenen Symbolen für jede Meeting-Art gebaut. Am dritten Tag ist es kollabiert. Zu viele Regeln, um sie mitten in einem Stakeholder-Gespräch abzurufen. Wie schnell eine Box aufs Papier muss, damit sie im Meeting-Tempo überhaupt mithält, ist seitdem für mich das Kriterium, nicht wie viele Symbole ein System hat.

Den Dreh dazu habe ich im Sketchnotes Kurs gelernt — nicht um schöner zu zeichnen, sondern um Strukturen schneller zu erkennen. Die Dual-Coding-Idee dahinter ist simpel: Wer Informationen gleichzeitig visuell und verbal aufnimmt, behält sie besser, und bei abstrakten SaaS-Architekturen ist das kein Nice-to-have. Wer diesen Gedanken weiterdenken will, findet in meinem Stück zu Technical Debt visualisieren den Anschluss an die Engineering-Seite.

Sketchnotes im Beruf: einfache Container-Skizze als Beispiel für Produktmanagement-Tools

Wie zerlegst du eine SaaS-Vision in drei Ebenen?

Ganz oben steht das Zielbild — ein Pfeil oder ein Kreis, mehr nicht. Darunter kommen die Container für Fähigkeiten, also die groben Boxen, die zeigen, was das Produkt können muss. Ganz unten liegen die konkreten Trade-offs, am besten als zwei Optionen nebeneinander, nicht als Bullet-Liste. Zwei Dinge räumlich gegenüberzustellen, ist ohnehin oft aussagekräftiger als jeder Fließtext dazu — das räumliche Gegenüberstellen selbst ist aber nochmal ein eigenes Kapitel.

Wie viele solcher Ebenen ein einzelnes Blatt verträgt, ohne dass es kippt, ist eine Frage für sich. Bei einer Produktvision reichen in der Praxis drei. Für den Ablauf zwischen den Ebenen genügen einfache Pfeile, während ganze Prozessketten für Stakeholder nochmal eigene Regeln brauchen. Laufen einzelne Stakeholder-Interessen auseinander, setze ich ein kleines Strichmännchen genau an die Stelle, wo es klemmt — mehr Anatomie braucht die Figur in dem Zusammenhang nicht. Das Grundgerüst plane ich meistens vorher und lasse nur die Details offen, die sich erst im Gespräch klären.

Das Prinzip lässt sich genauso auf Product Release Notes übertragen, wenn ein Team nach dem Sprint schnell auf denselben Stand kommen soll. Wie stark sich Wissen dadurch wirklich schneller weitergeben lässt, ist eine längere Diskussion für sich — mir spart es seitdem ein paar Rückfragen in Slack.

Whiteboard-Sketchnote einer Produktvision: visuelle Strategie mit einfachen Symbolen für SaaS-Teams

Eine Leserin, Sina Gottwald, hat mir vor Kurzem geschrieben, weil sie sowas in einem Kundenprojekt einsetzen will, obwohl sie selbst nicht zeichnen kann. Ihre erste Frage: Ist das nicht einfach dasselbe wie ihre Post-its? Ist es nicht. Ein Post-it hält eine einzelne Idee fest, ein Container zeigt die Beziehung zwischen mehreren Ideen, und genau diese Beziehung ist bei einer Produktvision der Punkt. Vor einem Workshop hole ich mir manchmal im Schanzenviertel noch einen Kaffee, bevor ich vorne am Board stehe — live vor Publikum zu moderieren ist nochmal eine andere Übung als allein am Schreibtisch zu zeichnen.

Warum die perfekte Zeichnung eine schlechte Strategie versteckt

Vor ein paar Wochen hatte ich eine Vision so sauber ausgearbeitet, dass sie aussah wie aus einem Hochglanzmagazin.

Niemand hat sie hinterfragt.

Übermäßige Ästhetik führt im Team schnell zu inhaltlicher Oberflächlichkeit — wenn alles fertig und schön aussieht, erstickt das die kritische Debatte im Keim, bevor sie überhaupt anfängt.

Gisa Pranger, UX Lead im Nachbarbereich, zweifelt bei jedem neuen Tool erstmal laut, bevor sie ihm eine Chance gibt. Bei der ersten Strategie-Sketchnote hat sie ohne zu zögern eine der Boxen durchgestrichen und neu beschriftet, mitten im Meeting. Genau das will ich erreichen, nicht ein Nicken aus Höflichkeit. Wenn jemand nach dem ersten Blick sofort zustimmt, ohne eine einzige Linie infrage zu stellen, ist das für mich ein Warnsignal, kein Kompliment.

Dass eine Zeichnung überhaupt Fehler verträgt und zur Korrektur einlädt, ist ein eigenes Thema für sich. Hier reicht der Hinweis, bewusst Platz für den Rotstift von jemand anderem zu lassen. SaaS-Architekturen sind unter der Haube meistens ein bisschen hässlich, und eine Visualisierung, die das verschleiert, lügt sich selbst in die Tasche. Meine brauchbarsten Sketchnotes sehen nach Arbeit aus, nicht nach Kunst.

Das ist auch, warum mir der Fokus auf funktionale Symbole im Sketchnotes Kurs bis heute wichtig ist, statt hübscher Icons — er verleitet nicht dazu, sich in Details zu verlieren, wenn eine Entscheidung ansteht.

In einem anderthalbstündigen Review schaue ich inzwischen dreimal auf mein Notizbuch, deutlich seltener aufs Handy als früher mit reinen Text-Protokollen — und das ist für mich der Gradmesser, nicht wie hübsch die Zeichnung hinterher aussieht.

Produktmanagement-Tools im Vergleich: dickes Strategiedokument neben einer übersichtlichen Sketchnote zur visuellen Strategie

Papier oder iPad: eine Entscheidungsfrage für Produktmanagement-Tools

Ob Papier oder iPad grundsätzlich besser ist, ist Geschmackssache und an anderer Stelle ausführlicher behandelt. Für Strategie-Workshops nehme ich fast immer das Notizbuch, weil es schneller griffbereit ist als jedes Gerät mit Akku. Für die fertige Vision, die danach in Slack oder Notion landet, wechsle ich aufs Tablet, weil der Export deutlich sauberer aussieht als ein abfotografiertes Blatt.

Wer diesen Weg gehen will, findet im Digital Lettering Kurs die Layer-Logik und den Export-Workflow erklärt, bevor man sich im Procreate-Menü verliert. Handlettering ist dabei nochmal eine andere Baustelle als Sketchnotes — dort geht es um schöne Buchstaben, hier um schnelle Struktur unter Zeitdruck.

Für alle, die Überschriften trotzdem verfeinern wollen, hält der Handlettering Kurs brauchbare Ansätze bereit, solange die Dekoration nicht zur Hauptsache wird, wenn es um Klarheit im Meeting geht. Ob Zeichnen in Online-Calls die Konzentration hält oder eher vom Zuhören ablenkt, ist eine eigene Debatte — in Präsenz-Workshops stört es mich jedenfalls nicht, und meistens hört man ohnehin besser zu, wenn die Hände etwas zu tun haben.

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