Hand und Stift

Mindmap vs Sketchnotes im Meeting: Was hilft mir beim Strukturieren der Notizen?

Drei Blicke ins Notizbuch, keine zwanzig aufs Handy — in einem anderthalbstündigen Review mit dem ganzen Produktteam. Das ist der eigentliche Produktivitätsgewinn nach einem Jahr mit visuellen Notizen im Hamburger Büroalltag. Kollegen und Leser fragen seitdem ziemlich oft dasselbe: Mindmap oder Sketchnotes — welches System hält echte Meeting-Struktur aus, wenn ein Sprint Planning aus dem Ruder läuft? Für Sketchnotes-Anfänger lohnt sich die Antwort, bevor man sich für ein System entscheidet.

Hinweis: In diesem Text stecken Affiliate-Links. Buchst du über einen davon einen Kurs, bekomme ich eine Provision — am Preis ändert sich für dich nichts. Empfehlungen gibt es hier nur für Kurse, die ich selbst zwischen zwei Calls im Hamburger Büroalltag getestet habe, bei einem Kalender voller Meetings.

Mindmap oder Sketchnotes: Welches System hält ein SaaS-Meeting aus?

Der Ausgangspunkt für den Vergleich ist simpel: Beide Systeme liefen über Monate parallel in echten SaaS-Meetings, nicht am Küchentisch mit Beispieldaten. Die Mindmap war der erste Versuch — ein zentrales Thema in der Mitte, Hauptäste, Unterpunkte, alles schön hierarchisch. Sketchnotes kamen dazu, als die Baumstruktur in hitzigen Sprint-Planning-Sessions regelmäßig kollabiert ist.

Wie eine Mindmap-Struktur im echten Gespräch kollabiert

Mindmaps glänzen, wenn ein Thema klar hierarchisch aufgebaut ist. Eine Feature-Hierarchie oder eine Produktstruktur mit klaren Eltern-Kind-Beziehungen — dafür ist der Baum kaum zu schlagen. Sobald ein Gespräch aber in drei Richtungen gleichzeitig abbiegt, bricht das System in sich zusammen.

Handgezeichnete Mindmap mit technischen Begriffen — Ausgangspunkt für Sketchnotes-Anfänger beim Strukturieren von Meeting-Notizen

Genau das passiert in den meisten SaaS-Meetings. Themen springen von der technischen Machbarkeit im Backend zum User-Feedback und landen bei den Stakeholder-Erwartungen, oft innerhalb von zwei Sätzen. Eine Mindmap verlangt, sofort zu wissen, an welchen Ast ein neuer Gedanke gehört. Wirft der CTO einen Einwand ein, der drei Äste gleichzeitig betrifft, beginnt das Chaos.

Intern nenne ich das das Spinnennetz-Problem — eine Mindmap, die nach dreißig Minuten aus mehr Querverweisen und gestrichelten Linien besteht als aus eigentlichem Inhalt. Weg war die Bleiwüste, dafür stand ein unleserliches Liniengewirr auf dem Blatt. Kein Fortschritt, nur eine andere Form von Unlesbarkeit.

Visuelle Anker statt Astzwang

Sketchnotes drehen das Prinzip um. Es geht nicht darum, schöner zu zeichnen — ich habe weiterhin keine Ahnung von Design –, sondern um doppelte Kodierung: Ein Wort plus ein kleines Symbol verankert sich zuverlässiger im Kopf als Text allein. Bug plus Käfer-Symbol merkt sich mein Gehirn doppelt, und genau das macht beim Sortieren während eines hitzigen Meetings den Unterschied.

Der Scrum Master in meinem Team, Hauke Wendorff, macht das demonstrativ am Whiteboard — jeden Prozess, den er erklärt, bekommt sofort eine Skizze dazu, keinen Fließtext. Genau dieses Prinzip trage ich seitdem in mein eigenes Notizbuch. Container und Rahmen schaffen dabei eine visuelle Hierarchie, die eine Mindmap nur über unterschiedliche Astdicke simulieren kann.

Sketchnotes im Meeting sind dabei kein Kunstprojekt, sondern ein Werkzeug für genau diese Anker-Funktion. Wer eine Agenda vorab visuell skizziert, baut sich Container für Themenblöcke, statt zu hoffen, dass ein Baum schon richtig wächst. Das ist flexibler als die starre Ast-Logik, weil ein Gedanke nicht sofort einem bestimmten Zweig zugeordnet werden muss.

Die Grenzen einer Mindmap bei einer echten API-Diskussion

Ein gutes Beispiel ist eine API-Integration, die wir im Team durchgesprochen haben. Eine Mindmap wäre an der Zahl der Abhängigkeiten gescheitert — zu viele Querverbindungen für eine saubere Baumstruktur. Mit Sketchnotes reichte ein gezeichneter Stecker für die API und ein paar Pfeile für die Datenflüsse. Hässlich, aber jeder im Raum hat es verstanden, sobald ich das Notizbuch kurz hochgehalten habe.

Der Unterschied liegt im Layout. Eine Mindmap zwingt jeden Gedanken sofort in eine feste Astposition, Sketchnotes erlauben, einen Punkt frei auf dem Blatt zu platzieren und über Pfeile oder Rahmen zu gewichten, statt ihn an einen Zweig zu binden. Für ein Thema, das sich während des Gesprächs noch entwickelt, ist das der entscheidende Vorteil.

Bevor ich bei dieser Kombination gelandet bin, gab es noch einen dritten Versuch: eine Datenbank für Meeting-Notizen, digital und durchsuchbar, mit Tags für jedes Thema. Angelegt an einem Nachmittag, stolz präsentiert — und nach einer Woche nie wieder geöffnet. Das Problem war nicht die Idee, sondern der Zusatzschritt: Niemand öffnet nach einem Call noch eine zweite App, um etwas einzutragen, das eigentlich schon im Notizbuch steht.

Mindmap und Sketchnotes im direkten Vergleich auf dem Schreibtisch — zwei Systeme für visuelle Notizen im Meeting

Die Kurse für den Einstieg in Sketchnotes

Für den Einstieg in dieses System gibt es die Kurse, mit denen ich selbst angefangen habe, die Struktur überhaupt zu entwickeln. Der Grundkurs war der naheliegende erste Schritt, weil er die Angst vor dem weißen Blatt nimmt, bevor man sich mit Stilfragen beschäftigt — genau das Richtige für Sketchnotes-Anfänger, die einfach nur ihre eigenen Notizen wieder lesen wollen. Irgendwann bin ich aufs iPad umgestiegen, um Notizen leichter mit dem Team teilen zu können; Digitale Sketchnotes am Tablet verlangt dafür etwas Umstellung bei der Stiftführung, weil sich Druck und Linienführung auf Glas anders anfühlen als auf Papier. Wer zusätzlich hübschere Überschriften will, findet beim Handlettering-Kurs Hilfe, um Product Requirements Documents visuell gestalten zu können — für ein schnelles Meeting-Protokoll selbst ist das aber oft zu langsam.

Dass es dabei eine Lernkurve gibt, soll hier nicht verschwiegen werden. Mein peinlichster Versuch war ein komplexes Datenbank-Schema, das ich nur mit Icons darstellen wollte — am nächsten Tag konnte ich die eigene Zeichnung selbst nicht mehr entziffern, von den Kollegen ganz zu schweigen. Die Balance zwischen zu viel Symbolik und zu wenig Struktur findet man nur durch Ausprobieren, nicht durch Theorie.

Mindmap und Sketchnotes kombinieren

Mein aktueller Workflow nutzt das räumliche Denken der Mindmap, aber die Bildsprache der Sketchnotes. In der Mitte steht weiterhin ein Thema, die Äste sind aber lose gruppierte Cluster statt strikter Linien. Rahmen trennen Themenblöcke: Ein gezackter Rahmen steht für Problem oder Bug, ein weicher Rahmen für User Story.

Auf meinem Schreibtisch in der Altbauwohnung liegen deshalb oft zwei offene Hefte gleichzeitig — eine ältere Mindmap-Seite neben einer aktuellen Sketchnote, direkt unter dem Regal mit den angefangenen Notizbüchern. Bei länger laufenden Online-Calls steht inzwischen routinemäßig ein Glas Wasser neben dem aufgeschlagenen Heft, weil reines Zuhören über eine Stunde anstrengender ist als das Mitzeichnen selbst. Der Unterschied zwischen den beiden Seiten springt dabei sofort ins Auge: Die eine muss man lesen, die andere kann man scannen.

Das spart vor allem Nachbereitungszeit. Statt "Das ist ein Problem, das wir im nächsten Sprint lösen müssen" zu schreiben, reicht ein Icon plus eine gezackte Linie um das Stichwort. Bei 62 Prozent Meeting-Anteil in der Kalenderwoche macht sich das bemerkbar — nicht als einzelner Aha-Moment, sondern als stetig kürzere Zeit, die ich nach einem Call noch mit Entziffern verbringe.

Ein Leser aus einer Sketchnotes-Facebook-Gruppe, Rainer Habelmann, hat mir vor einer Weile geschrieben, dass er aus genau diesem Grund parallel mit Papier und Tablet arbeitet und je nach Meeting das Werkzeug wechselt, nicht die Methode. Das deckt sich mit der eigenen Erfahrung: Das System bleibt gleich, nur der Untergrund wechselt.

Strukturierte Sketchnote für ein Sprint Planning auf dem Tablet — Meeting-Struktur für Sketchnotes-Anfänger

Wer gerade erst einsteigt, sollte nicht versuchen, beide Systeme sofort perfekt zu kombinieren. Der sinnvollere erste Schritt ist Struktur ohne Zeitdruck: Meeting Agenden visuell vorzubereiten und dabei auszuprobieren, welche Symbole für den eigenen Kontext funktionieren. Ein einzelner Pfeil schafft in der Praxis oft mehr Struktur als fünf Unterpunkte in einer Liste — das lässt sich an einer ruhigen Agenda leichter testen als mitten in einem hitzigen Sprint Planning.

Wann ich zur Mindmap greife, wann zu Sketchnotes

Für mich läuft die Entscheidung inzwischen nach einer einfachen Regel. Ist das Thema vorab bekannt, klar hierarchisch und wenig Diskussion zu erwarten — Featureliste, Produktstruktur, ein ruhiges Review — nehme ich die Mindmap, weil die Baumlogik dann trägt. Ist unklar, wie das Gespräch verläuft, oder reden mehrere Stakeholder gleichzeitig mit — Sprint Planning, Kickoff, jede Retro mit mehr als vier Leuten — greife ich zu Sketchnotes, weil Container und Symbole auch dann noch funktionieren, wenn der CTO drei Äste gleichzeitig durcheinanderwirft.

Der Einstiegs-Kurs war für mich der direkteste Weg in dieses zweite System, um zu verstehen, dass dafür kein Design-Talent nötig ist — nur ein System für Symbole, die man selbst wiedererkennt. Die aktuellen Preise für die Kurse stehen auf der Seite des Anbieters, weil sie sich je nach Saison ändern.

Nächste Woche steht ein größerer Stakeholder-Workshop an, bei dem ich die Kombination aus beiden Systemen live testen werde. Vermutlich taucht wieder ein Symbol auf, das aussieht wie ein explodiertes Toastbrot — solange danach noch klar ist, dass es für Serverlast steht, reicht das als Ziel.

Produkt Bewertung
Sketchnotes Kurs [Mein Einstiegs-Kurs] Top Pick 9.2 Mehr erfahren →
Digital Lettering Kurs [Wenn du aufs iPad umsteigst] 8.7 Mehr erfahren →
Handlettering Kurs [Wenn du dekorativer werden willst] 7.9 Mehr erfahren →
9.2

Sketchnotes Kurs [Mein Einstiegs-Kurs]

Vorteile

  • + Fokus auf funktionale Symbole statt Kunst
  • + Direkt im nächsten Meeting anwendbar
  • + Hilft massiv gegen die kognitive Überlastung
  • + Keine Vorkenntnisse nötig

Nachteile

  • − Kein Fokus auf Schönschrift
  • − Rein funktionale Ästhetik
Struktur ins Chaos bringen →

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