Hand und Stift

Handlettering vs. Sketchnotes: Was rettet dein Meeting-Protokoll?

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Drei Sekunden. So lange soll das Zeichnen einer Glühbirne dauern, damit im Meeting sofort klar ist: Hier kam gerade eine Idee. An dieser Zahl bin ich hängengeblieben, nachdem meine erste Runde Handlettering im Sprint-Planning grandios gescheitert ist. Sketchnotes und Handlettering klingen nah beieinander, sind aber zwei komplett unterschiedliche Baustellen — diese Verwechslung hat mich am Anfang eine Menge Nerven gekostet.

Zur Einordnung: Ich bin Jonas, 34, Product Manager in einem Hamburger SaaS-Unternehmen, und verbringe laut Kalender weit über die Hälfte meiner Woche in Meetings. Ende 2025 habe ich angefangen, auf visuelle Notizen umzusteigen — aus Verzweiflung, nicht aus Kreativität. Der Auslöser war simpel: Ich konnte meine eigenen Protokolle nach dem dritten Quartal nicht mehr lesen.

Kurzer Transparenz-Check, bevor es weitergeht: Über die Links in diesem Text verdiene ich eine Provision, für dich bleibt der Preis exakt gleich. Ich empfehle nur Kurse, die ich zwischen Backlog-Refinement und Stakeholder-Terminen wirklich selbst getestet habe. Wer schnell zum Punkt will, findet meinen Favoriten für den Business-Alltag im Sketchnotes Kurs, wer eher Feierabend-Ästhetik sucht, schaut beim Handlettering Kurs vorbei.

Der Denkfehler mit der Schönschrift

Mein erster Ansatz war naiv: hässliche Notizen beheben, indem ich schöner schreiben lerne. Also Brush Pens gekauft und einen ganzen Nachmittag investiert, um das Wort Strategie in geschwungenen Serifen zu malen. Die Quittung kam in einer Stakeholder-Review — nicht sofort, aber deutlich.

Während ich noch am Aufstrich des S gefeilt habe, war das Team drei Themen weiter. Die komplette Diskussion zur Priorisierung der API-Anbindung ist an mir vorbeigezogen, weil ich mit der Optik einer einzigen Überschrift beschäftigt war. Handlettering ist genau das: das Zeichnen von Buchstaben. Kunst. Langsam. Kontemplativ. Wunderbar für ein Deckblatt, tödlich für ein Live-Meeting.

Handlettering-Schriftzug neben schnellen Sketchnotes-Notizen im Meeting

Sketchnotes zielen auf Tempo, nicht auf Schönheit

Nach diesem Reinfall bin ich umgeschwenkt. Kein Kunstprojekt mehr, sondern ein Überlebenswerkzeug für den Meeting-Alltag. Sketchnotes verschieben den Fokus komplett: weg von der schönen Linie, hin zur Informationsdichte und zur Struktur des Gehörten.

Im Sketchnotes Kurs lernst du kein perfekt geschwungenes A, sondern wie du in Sekunden ein Symbol hinsetzt, das im Protokoll sofort verständlich ist — etwa einfache Männchen für Stakeholder-Analysen, wenn es um Machtgefüge im Projekt geht. Einen eigenen Symbol-Katalog mit über 40 Einträgen, wie ihn mein LinkedIn-Kontakt Maximilian mittlerweile pflegt, brauche ich dafür nicht — eine Handvoll verlässlicher Icons reicht für die meisten Meetings.

Mein erstes Symbol für einen Feedback-Loop sah eher aus wie ein verknotetes Gummiband als wie ein Kreislauf, meine Sitznachbarin hat kurz mitleidig geschaut. Trotzdem wusste ich beim Nachbereiten sofort, was gemeint war — die Zeichnung wirkt wie ein Anker im Kopf, ganz anders als dekorativer Text ohne neuen Informationsgehalt.

Genau dieser Anker-Effekt zieht die Aufmerksamkeit zurück, sobald sie abdriftet. Die Details dazu spare ich mir für ein andermal auf.

Was überhaupt aufs Blatt kommt, ist nochmal eine andere Entscheidung. Ich zeichne längst nicht mehr jeden Satz mit, sondern nur noch das, was später zählt.

Wenn es im Meeting brennt

Bevor überhaupt Sketchnotes ins Spiel kamen, hatte ich schon einen Anlauf hinter mir, der komplett gescheitert ist: für jede Entscheidung im Sprint ein Linear-Ticket anlegen. Klang sauber, auf dem Papier. In der Praxis wusste nach ein paar Wochen keiner mehr, welche Tickets tatsächlich Entscheidungen waren und welche nur halbgare Ideen — das Board war regelrecht zugewuchert.

Wenn es im Meeting brennt, gewinnt die Sketchnote. Immer. Handlettering ist etwas für die Ruhe danach — ich nutze es heute nur noch, um Produkt-Roadmaps für Stakeholder in der Vorbereitung aufzuhübschen, nie während des eigentlichen Termins.

Sketchnotes-Symbole für Idee und Feedback-Loop als visuelle Notizen

Container, Pfeile, ein paar Icons

Die eigentliche Arbeit läuft über eine saubere visuelle Hierarchie — wie man die im Detail aufbaut, überlasse ich einem anderen Artikel von mir. Für die Vorlagen, die ich bei IT-Projekten nutze, schau lieber bei meinen Sketchnotes Layout Vorlagen für SaaS vorbei.

Ein paar Dinge lasse ich bewusst außen vor, weil sie andere Baustellen sind: ganze Prozessabläufe für Stakeholder sauber zu visualisieren, Workshops live am Whiteboard zu moderieren, oder Farbcodes systematisch einzusetzen. Für den Meeting-Alltag reichen mir Pfeile, Container und eine Handvoll Icons.

Wie man dieses Tempo überhaupt lernt, obwohl man vorher nie gezeichnet hat, ist eine andere Geschichte für sich — bei mir hat es trotzdem funktioniert, ganz ohne Vorkenntnisse.

Auf dem iPad verzeihen Fehler mehr

Seit ein paar Monaten bin ich zusätzlich digital unterwegs, ausgelöst durch den Digital Lettering Kurs. Nicht, weil ich zum Kalligrafen werden wollte, sondern weil ein Kringel daneben auf dem iPad nur einen Rückgängig-Klick entfernt ist. Ob am Ende Papier oder iPad gewinnt, ist eine eigene Debatte, die ich an anderer Stelle ausführlicher führe — bei mir läuft aktuell beides parallel.

Digitale Sketchnotes fürs Product Management auf dem iPad mit Procreate

Wann ich zum Brush Pen greife und wann nicht

Mein Nachbar Matthias fragt beim Treppenhaus-Gespräch schon wieder, ob ich inzwischen schneller zeichne als er tippt. Ehrliche Antwort: kommt aufs Meeting an. In der Mittagspause dreh ich oft eine Runde durch den Alsterpark, um den Kopf zwischen zwei Calls freizubekommen — danach geht das Zeichnen sowieso leichter.

Fünf Wochen nach dem Umstieg saß ich im Montags-Standup und habe die komplette Taskverteilung unseres Sprints auf eine halbe A5-Seite gequetscht. Niemand hat danach gefragt, wer jetzt eigentlich was macht. Ein Novum. Nur das Rauschen der Klimaanlage in der kurzen Pause, bevor im Call endlich jemand geantwortet hat, war noch genau wie vorher.

Zum Brush Pen greife ich mittlerweile nur noch abends, wenn das Notizbuch-Deckblatt hübscher werden soll oder ich schlicht den Kopf ausschalten will. Für den eigentlichen Job zählt Tempo, nicht Schwung in der Feder, gerade im Product Management, wo ein Meeting das nächste jagt. Wer im Job wirklich schneller mitschreiben will, fängt am besten beim Sketchnotes Kurs an, dem Fundament für mehr Produktivität im Alltag. Wer danach Lust auf die ruhige Seite bekommt, findet im Handlettering Kurs die passende Ergänzung für den Feierabend.

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